BRAUN ORIGINAL KARLSBAD

Bringt die Karlsbader Thermalquellen bis zu Ihnen nach Hause

Eine historische Übersicht der Sprudelsalzherstellung

Die ältesten erhaltenen Aufzeichnungen über die Nutzung und Herstellung von Sprudelsalz sind aus den Jahren 1619-1629. Der Herstellungsprozess bestand damals, nach den überlieferten zeitgenössischen Illustrationen, aus der einfachen Verdampfung des Sprudelwassers in einfachen Pfannen unter welchen ein Holzfeuer geschürt wurde. Das Salz wurde damals in der Örtlichen Apotheke zum Verkauf angeboten.

Die ersten medizinischen Anwendungen werden Johann Stephan Strobelberger (1593 - 1630) zugeschrieben, welcher in den Jahren 1619-1629 als Kaiserlicher Kur Medicus in Karlsbad praktizierte.

Karlovy Vary Vřídlo

Das in der Örtlichen Apotheke angebotene Sprudelsalz war ausschließlich zum sofortigen Verbrauch vor Ort durch die Kurgäste bestimmt. Im Jahre 1708 machte Dr. Gottfried von Berger auf die Möglichkeit der Herstellung und des Exports von Sprudelsalz aufmerksam. Als grundlegender Akt scheint aus der Sicht der vorgelegten Nachricht das von Kaiser Karl den VI. der Stadt Karlsbad erteilte Privileg aus dem Jahr von 1718 mit welchen der Versand von Sprudelwasser außerhalb der Stadtgrenzen und die Herstellung von Sprudelsalz untersagt wurde. Dieses Privileg hatte in dem nächsten Zeitraum steigende Besucherzahlen zur Folge. Sprudelsalz durfte ausschließlich nur der Kaiserliche Apotheker herstellen, und das nur auf eine ärztliche Vorschrift, für Patienten welche sich vor Ort in Behandlung befanden.

Auf die Anregung von Dr. Friedrich Hoffmann (1660-1742) und Dr. Nicolaus Borries aus Halle, begann der örtliche Färber und spätere Bürgermeister Bernhard Richter Karlsbader Sprudelsalz herzustellen und zu vertreiben. Dr. Hoffman brachte dann im Jahre 1734 eine Schrift heraus in welcher das Karlsbader Sprudelsalz propagiert wurde. Durch ihren Einfluss stieg der Absatz des Sprudelsalzes steil an. Auf Betreiben der Karlsbader Stadtrats wurde im Jahre 1764 der Landesverwaltung in Prag das Gesuch des Karlsbader Kurarztes Dr. David Becher (1725-1792) die Herstellung von Karlsbader Sprudelsalz zu genehmigen und gleichzeitig den Erlass mit den Verbot der Herstellung von Sprudelsalz mit der Begründung aus Sorge über fallende Besucherzahlen aufzuheben.

Mit einen Hofdekret wurde noch im selben Jahre Dr. Becher die Herstellung von Sprudelsalz bewilligt. Dazu nutzte er statt einer offenen Feuerstelle die Wärme der Sprudelquelle. Im Jahre 1767 stellte er mit dieser Methode cca. 150 kg Sprudelsalz in 22 Kesseln her. Im Jahre 1780 stellte er bereits um die 300kg Sprudelsalz her und die Produktion war weiter steigend.

Der Rückgang der Besucherzahlen welcher in diesen Jahren beobachtet wurde ist aber nicht auf die Herstellung von Sprudelsalz zurückzuführen sondern er war durch die politischen Umstände bedingt, Was auch die in den folgenden Jahren an den Ansteigenden Besucherzahlen ersichtlich ist. Außerdehm war die damalige Produktion von Sprudelsalz nicht einmal im Stande die Nachfrage vor Ort zu befriedigen, darum wurde die Anzahl der Kessel stetig erhöht bis auf 660 im Jahre 1860.

Im Jahre 1867 erwarb Heinrich Baron von Mattoni (1830 - 1910) das Monopol für die Herstellung von Sprudelsalz und anfänglich stellte er um die 3000 kg Sprudelsalz jährlich her. 1868 wurde am Zusammenfluss der Flüsse Eger und Tepl ein provisorisches Salzwerk errichtet, welche anfangs mit Sprudelwasser in Fässern versorgt wurde. Von der veralteten Herstellungsmethode des Dr. David Becher wurde erst im Jahre 1878 Abstand genommen, als das Werk vollständig auf Kohlebefeuerte Dampfkessel umrüstete. Ursprünglich wurde nur zwei Arten von Sprudelsalz produziert, die herkömmliche kristalline Form, und ab 1882 auch das pulverförmige, welchen eine bessere Heilwirkung nachgewiesen werden konnte. Zu Beginn des 19.jahrhunderts wurde das Sprudelsalz anfänglich in Blechdosen, später in Glasfläschchen zu je 125g verkauft. Außerdehm wurden auch Sprudelpastillen mit Zucker, Sprudellauge und Seife hergestellt.

Im Jahre 1879 wurde das neue Sprudelsalzwerk in Betrieb genommen welches direkt durch eine im Lauf der Tepl installierte Rohrleitung mit Sprudelwasser versorgt wurde. Vor dem 1. Weltkrieg wurden hier bis zu 88.500kg Sprudelsalz Jährlich hergestellt.

Die steigende Nachfrage, im besonderen aus dem Osten, führte im Jahre 1974 dazu das ein neues Sprudelsalzwerk gebaut wurde. Das Sprudelwasser wurde hier in einen riesigen cca. 100t fassenden Kessel zum sieden gebracht. Bei diesen Kochvorgang wurden erhebliche Mengen von Eisen, Kalzium, Magnesium, Kohlenstoff und teilweise ausgeschieden.

Die einzelnen Epochen der Karlsbader können in diese Abschnitte unterteilt werden:

Peinvolle Bäder

Die älteste Phase der Kurgeschichte Karlsbads wird von den Jahreszahlen 1350-1522 eingerahmt. Schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts erlangten die Karlsbader Thermen einen gewisse Ruhm, von welchen die berühmte Ode auf den Karlsbader Sprudel zeugt welche um 1500 von Freiherr Bohuslaus Lobkowicz von Hassenstein (1461-1510) verfasst wurde.

Karlovy Vary Pupp

Die damals praktizierte Kur bestand von der Gründung der Stadt an bis in die Hälfte des 16 Jahrhunderts nur aus einer Prozedur, und das war ein Übermaß von Bädern, welche unter den zutreffenden Namen "Hautfresser" berühmt-berüchtigt waren. In manchen Fällen badeten die Patienten 10 und mehr Stunden Täglich. Diese langen Bäder führten bis zu schmerzhaften aufplatzen der Haut, womit das Ziel der damaligen Kur erreicht wurde. Man glaubte damals das durch die aufgeplatzte Haut die Krankheitserreger aus dem Körper entweichen können.

 

Die Pyramidal Kur

Die Trinkkur begann sich in Karlsbad zuerst nur langsam und zaghaft durchzusetzen. Hauptsächlich auf die Anregung des Arztes Wenzel Payer, welcher 1522 das überhaupt allererste Werk über die Karlsbader Kur veröffentlichte. Er Empfahl neben den Bädern auch das trinken der Quellen. Zu einen weiteren eifrigen Propagator der Trinkkur wurde nach dem Jahr 1600 Johann Stephan Strobelberger.

Karlovy Vary Kolonáda

Trotz aller Empfehlungen der Trinkkur von Dr. Payer, blieb bis zum Ende des 16. Jahrhunderts hauptsächlich die Badekur dominierend. Der Kuraufenthalt am Sprudel dauerte in der damaligen Zeit in der Regel 4 - 5 Wochen. Unter den Einfluss der zahlreichen Schriften des Dr. Strobelberger begannen sich um 1620 die Präferenzen zu Gunsten der Trinkkur zu verschieben.

Die steigende Vorliebe der Trinkkur eskalierte aber wiederum bis in gesundheitsschädigende extreme. Um das Jahr 1750 tranken die Patienten auch 50-70 Becher Wasser täglich. Um dies richtigzustellen, diese Menge wurde nur einige Tage in der Mitte der Kur getrunken, der Anfang und das Ende der Kur standen im Zeichen von moderaten Dosierungen. Dieses Heilverfahren, welches cca. 150 Jahre praktiziert wurde nannte man die Pyramidal Kur.

Der 30. Jährige Krieg

Die Prosperität der Kurstadt Karlsbad wurde durch den 30. Jährigen Krieg ernsthaft beeinträchtigt. Die unsichere Zeit spiegelte sich in den fallenden Besucherzahlen wieder. Karlsbad wurde damals 2 x von den Schweden geplündert, 1645 und 1646, wobei auch in der nahen Umgebung geplündert u gebrandschatzt wurde (Fischern, Meierhöfen etc. ). Nach dem Krieg, beliefen sich die die Besucherzahlen nur auf 70-100 Parteien jährlich (unter Partei verstehe den Kurgast mit einen oftmals zahlreichen Gefolge).

Růst návštěvnosti koncem 17. století

Zu einer signifikanten Belebung des Kurbetriebs kam es schon im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts, durch einen erhöhten Zustrom reicher Besucher im besonderen aus dem Umfeld des Sächsischen Königshofes, später auch vom Zarenhof und von der Polnischen Aristokratie. Die Zahlen der Besucher werden im 17. Jahrhundert (1600-1700) auf etwa 10 000 Patienten geschätzt.

Karlovy Vary Zámecký vrch

Auch zwei Kuraufenthalte von Peter dem Großen (1711 und 1712) trugen zur Popularisierung von Karlsbad in erheblichen Maße bei. Der erhöhte Zustrom von Besuchern führte dazu das man ab dem Ende des 17. Jahrhunderts begann die sogenannten Kurlisten zu führen, in welchen alle Kurgäste namentlich festgehalten wurden und die Dauer ihres Aufenthalts vermerkt wurde. Diese wurden bis 1795 handschriftlich geführt, und ab da in gedruckter Form herausgegeben. Die letzten Kurlisten wurde im Jahre 1948 veröffentlicht.....

Medizinische Schriften

Nachdem am 13.12. 1707 der Stadt Karlsbad von Kaiser Josef I. alle bis dahin erteilten Privilegien bestätigt wurden, im besonderen die welche sie weiterhin zur freien Königsstadt erklärten. Einen erheblichen Anteil an der steigenden Popularität der der Stadt hatten auch ohne Zweifel die zahlreichen medizinischen Schriften welche zu diesen Thema herausgegeben wurden. Auf Empfehlung der Kurärzte begannen am Anfang des 18. Jahrhunderts die Patienten außer der Sprudelquelle auch die anderen Thermen (Mühlbrunn, Neue Quelle etc.) zu trinken.

Die Modernisierung der Heilkuren

Von grundsätzlicher Bedeutung für die Modernisierung der Karlsbader Heilkuren war das lebenslange wirken des Dr. David Becher (1725 - 1792). Dieser führte die erste wissenschaftliche chemische Analyse der Karlsbader Thermalquellen durch. Auf sein Betreiben hin wurde 1764 die Herstellung und Ausfuhr von Sprudelsalz wieder aufgenommen und intensiviert. Er setzte die Anwendung von fortschrittlichen und innovativen Heilmethoden durch, welche noch bis in unsere Tage unter den Namen "Komplexe Kurheilung" ihre Gültigkeit haben. Er schrieb auch bis zu dieser Zeit unbekannte Thermen zur Anwendung vor, setzte sich für eine reduzierte Form der Trinkkur ein und erneuerte das Ansehen der Bäder im Sprudelwasser.

Karlovy Vary Becherovka

Dr, Becher propagierte auch auf Grund seiner chemischen Analyse das Trinken der Wasser direkt an den Quellen und integrierte damit eine erhöhte Bewegung in Form von Spaziergängen in die Heilkuren. Diese prinzipiellen Regeln führten zu der Erbauung von verschiedenen Kolonnaden und der Errichtung von Altanen über den Heilquellen und der Anlage von Promenaden und Wanderwegen., und natürlich zur gänzlichen Änderung der bisherigen Kurgepflogenheiten. In den Jahren 1766 und 1772 brachte er sein Bahnbrechendes Werk über die Karlsbader Heilmethoden heraus, welches wir zu den bedeutsamsten Karlsbader balneologischen Werken zählen.

Aufschwung der Kurstadt im 18. Jahrhundert

Im Zusammenhang mit dem Aufschwung der Stadt wurden eine ganze Reihe von Kureinrichtungen und Gesellschaftlichen Zweckbauten errichtet. Zum Beispiel 1701 der Sächsische Saal, 1728 der Böhmisch Saal, 1711 wurde das Mühl Bad eröffnet, das erste öffentliche Kurhaus. Nach dem Jahr 1700 begann der Kurbetrieb das Erscheinungsbild der Stadt deutlich zu prägen. Alles wurde den Bedürfnissen der Kurgäste untergeordnet.

Der vielversprechende Aufschwung von Karlsbad aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nahm am 23.Mai 1759 ein jähes Ende, als mehr als 2/3 der Stadt von einen verheerenden Brand vernichtet wurde, welchen 224 Häuser zum Opfer fielen. Diese Katastrophe beeinträchtigte den hiesigen Kurbetrieb über mehrere Jahre. Andererseits konnte der Wiederaufbau Planmäßig von statten gehen, mit der Betonung auf ein gefälliges Aussehen und eine komfortable Einrichtung der Häuser, welche nicht mehr aus Holz sein dürften sondern gemauert sein mussten. In diese erneuerte Stadt fanden bald viele neue Gäste ihren Weg. Mit den wachsenden Besucherzahlen begannen auch die Karlsbader Bürger immer Wohlhabender zu werden und konnten dadurch mit immer aufwändigeren Bauten das Gesicht der Stadt prägen.

Karlovy Vary Lázně 1

Die Finanzierung dieser Unternehmungen sicherten auch die Einnahmen aus der Kurtaxe, welche im Jahre 1795 eingeführt wurde. 1762 finanzierte Kaiserin Maria Theresia den Umbau der Mühlbrunn Kolonnade. 1777 wurde der moderne Sprudel Saal eröffnet, welcher die Umsetzung der neuen Heilmethoden von Dr. David Becher wiederspiegelte, und die Wichtigkeit des Wassertrinkens direkt an der Quelle betonte. Aus den Einnahmen welche durch den Verkauf von Karlsbader Sprudelsalz entstanden, wurde in Jahre 1788 der Bau eines aus Stein gemauerten Theaters finanziert. Die im Jahre 1792 errichtete Kolonnade der Neuen Quelle war die erste ihrer Art in Karlsbad. Sie ermöglichte den Kurgästen auch bei schlechten Wetter das verweilen bei den Quellen und deren Nutzung. Die von den Gästen am meisten besuchte gesellschaftliche Einrichtung war gegen Ende des 18. Jahrhunderts der Böhmische Saal, welcher im Jahre 1775 von Johann Georg Pupp gekauft wurde und der damit den Grundstein für einen der größten Restaurations- und Hotelbetriebe in Karlsbad legte.

Die Weiterentwicklung der Heilmethoden des Dr. David Becher

PočDer Anfang des 19. Jahrhunderts brachte der Stadt Karlsbad einen weiteren Wirtschaftlichen Aufschwung. Nicht einmal die zu dieser Zeit wütenden Napoleonischen Kriege konnten diesen ernsthaft bedrohen. Die von David Becher erfundene Heilmethoden wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer ganzen Reihe von vorzüglichen Kurärzten vertieft und weiterentwickelt. Um das Jahr 1860 wurde Karlsbad ein sehr gefragter Kurort für Zuckerkranke, so dass es im Volksmunde "Spital für Zuckerkranke" genannt wurde. Die Trinkkur und die Bäder wurden nun auch durch andere Anwendungen ergänzt.

Auf Anregung des berühmten Kurarztes Jean de Carro (1770-1857) wurde 1826 direkt neben dem Sprudel ein Dampfbad errichtet. 1836 nahm das Moorbad seinen Betrieb auf und 1838 das Gas Bad. Von 1856 an nutzte man auf Empfehlung des Dr. Mannl auch die einzige Eisenhaltige Quelle an welcher das Eisen Bad errichtet wurde. 1844 wurde im großen Stil mit der Ausfuhr von Sprudelwasser begonnen. Das wiederum unterstützte auf der ganzen Welt die Behandlungen von Erkrankungen des Magen - Darm Trakts. Der Erfolg dieser Behandlungen war eine sehr gute Reklame für Karlsbad und sorgte für den Zustrom von weiteren Kurgästen.

Veränderungen im Lebensstil des Kurortes gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Schon nach 1860 wurde die Hauptsaison verlängert. Ursprünglich dauerte sie vom 15.Juni bis 15. September, wurde aber nach diesen Jahr auf den Zeitraum vom 1. Mai bis zum 30. September verlängert. Die Länge der Kur stabilisierte sich auf einer Dauer von 4. Wochen.

Karlovy Vary Kolonáda

Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als in der Umgebung des Sprudels noch der Lebensstil der Aristokratie den Ton angab, kam es zu einer schrittweisen Trennung der Stände. Es verschwanden die alte Geselligkeit und die kurzweiligen Belustigungen, welche durch die heftig ansteigenden Besucherzahlen eliminiert wurden. Karlsbad, ursprünglich als Salon Europas bezeichnet, wandelte sich mit der Zeit zum Sanatorium Europas. So fanden nach Jahrhunderten die Worte des Dr. Wenzel Payers aus dem Jahre 1522 Erfüllung, der immer sagte:" Die Bäder sind zur Genesung bestimmt, und nicht zur Vergnügung."

Die Modernisierung der Stadt in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

Die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts stand für die Stadt Karlsbad im Zeichen weitreichender Bauarbeiten und der Erweiterung durch moderne Kuranlagen. Im letzten Drittel des ausgehenden 19. Jahrhunderts gab das Bauwesen der der Stadt ihre heutiges architektonisches Antlitz welches die charakteristischen Merkmale der Sezession trägt. In dieser Zeit entstanden fast alle dominante bauten. Die Mühlbrunnkolonnade, Die Sprudelkolonnade, Das Stadttheater, Kaiserbad, etc..

 

Von grundlegender Bedeutung war 1870 der Anschluss Karlsbads an das europäische Eisenbahnnetz, mit der Fertigstellung des Teilabschnitts Karlsbad - Eger, und ein Jahr später 1871 verband die Buschtiehrader Bahn die Kurstadt mit Prag, und somit mit allen anderen Teilen der Donaumonarchie und dem Osten. Die umfangreiche Bautätigkeit vor dem ersten Weltkrieg wurde mit der Fertigstellung des Grand Hotel Imperial (1912) beendet.

 

Die Veränderungen der Karlsbader Kur durch äußere Einflüsse.

Im Zusammenhang mit der Modernisierung der Kureinrichtungen kam es auch zur weiteren theoretischen und praktischen Fortschritten in den in Karlsbad praktizierten Heilmethoden. Fast jeder Karlsbader Arzt publizierte seine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Sehr viel Aufmerksamkeit wurde der Applikation der Karlsbader Quellen bei der Behandlung von Zuckerkrankheit, Fettleibigkeit und Berufskrankheiten geschenkt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Einfluss der Wiener balneologischen Schule auf die Karlsbader Kuren sehr stark.

Karlovy Vary Richmond

Neben der Trinkkur betonte diese auch die maximale Anwendung der Mineralwasser in anderen Applikationen. Natürlich vorkommendes CO2 wurde für Mikromassagen verwendet, und vor dem 1. Weltkrieg wurde auch mit der Nutzung von Radioaktiven Quellen experimentiert, was zur Gründung des Radiumbades St. Joachimsthl im Jahre 1906 führte.

Nachdem sich im Jahr 1905 der tschechische Arzt Dr. Milan Mixa in Karlsbad niederließ kam es auch zu Einflüssen der Prager balneologischen Schule. Die schnelle und umfangreiche Entwicklung der Medizin um die Jahrhundertwende formierte die Karlsbader Heilmetoden des Magen - Darm Trakts und der Stoffwechselkrankheiten bis in ihre noch heute angewandten Form.

Der Aufschwung und die Stagnation, vor und nach dem 1. Weltkrieg

Die Veränderungen in Lebensstil um das Jahr 1900, brachten hauptsächlich unter dem Einfluss der Kurgäste aus England und Übersee eine neue Art des Zeitvertreibs nach Karlsbad, welchen fast jeder, auch die Kurgäste je nach den Körperlichen Proportionen nachgehen konnten - Den Sport. Und so bekam die Stadt nach und nach Tennisplätze, einen Golfplatz und eine Pferderennbahn. Knapp vor den Ausbruch des 1. Weltkriegs erreichte Karlsbad die höchsten Besucherzahlen in seiner Geschichte. Im Jahre 1911 wurden 70.935 Kurgäste in Karlsbad Behandelt. Der Krieg traf Karlsbad an seiner verwundbarsten Stelle. Er unterbrach den Zustrom der Besucher, und paralysierte damit praktisch das ganze Leben in der Stadt. Auch die spätere Entwicklung hatte, wenn auch mit bestimmten Schwankungen, eine abnehmende Tendenz. Ihre Rolle spielten dabei auch die Änderungen im Lebensstil. Schon um das Jahr 1900 herum, wurden für potenzielle Kurgaste Aufenthalte an der See zunehmend Attraktiver und mit Fertigstellung des K.u.K. Eisenbahnnetzes auch zugänglicher, hauptsächlich die Adriatische Riviera mit ihren milden mediterranen Klima. Wiederrum nach den 1. Weltkrieg begannen die neu gegründeten Alpinen Kurorte in der Gunst der Besucher zu steigen.

Karlovy Vary pohled na město

Die nach Beendigung des Krieges ausgebrochene schleichende Wirtschaftskriese machte auch vor Karlsbad, obwohl es als Kurstadt eine gewisse privilegierte Stellung einnahm, keinen Halt. Die Schulden der örtlichen Hotel und Pensionsbesitzer stiegen astronomisch an, was für Kleinunternehmer und Handwerker drastische Folgen hatte. Aber auch der wirtschaftlichen Depression zum Trotz wurden in Karlsbad in der Zeit zwischen den Weltkriegen einige sehr Wichtige Bauten realisiert wie das Bad VI. und die Tepl Talsperre in Pirkenhammer, welche die Stadt vor gefährlichen Hochwassern schützt.

Die Zeit des II. Weltkriegs bescherte Karlsbad eine ganze Reihe von Einschränkungen. Im März 1939 wurde der Abriss der alten Gusseisernen Sprudelkolonnade beendet, welche durch ein hölzernes Provisorium ersetzt wurde. Im Jahre 1942 wurden nur 36 646, hauptsächlich Deutsche Besucher registriert. Den einzelnen Bädern wurde alles strengstens Rationiert, von der Seife, über Wäsche bis hin zum Essen. Das letzte Kriegsjahr bedeutete den Kollaps für die Stadt. Im ganzen Jahr 1945 wurden nur 3.794 Kurgäste gezählt.

Die Verstaatlichung der Kuranlagen

Nach 1945 wurde die Karlsbader Kur nach anderen Prinzipien "weiterentwickelt". Alle Quellen un Kureinrichtungen wurden verstaatlicht. Bis 1948 überwiegten in der Struktur de Kurgäste Privatpatienten, so wie in Vorkriegszeiten. Im Jahre 1947 wurde der Staatliche Kurbetrieb gegründet, aber die Betreuung der Patienten wurde weiterhin durch Privatärzte gewährleistet. Die Krankenversicherrungen vergüteten damals den Kuraufenthalt pauschal mit 500 Kronen, in welchen ein Zweiwöchiger Aufenthalt und 9 Bäder enthalten waren.

1948 wurde der Betrieb n.p. Československé lázně gegründet, welcher in Karlsbad sämtliche Kureinrichtungen übernahm, einschließlich aller Sanatorien, Hotels und Pensionen.

Die Rückkehr zum ehemaligen Glanz

Anfangs des Jahres 1990, wurde die Gesellschaft Státní léčebné lázně Karlovy Vary, welche zu dieser Zeit alle Ressourcen verwaltete, schrittweise privatisiert. An Stelle des über Jahrzehnte dauernden Monopols der Staatlichen Firma treten nun Privatleute, GmbH´s und Aktiengesellschaften.

Karlovy Vary Kolováda

So begann die neuzeitliche Geschichte der Größten Tschechischen Kurstadt. In Karlsbad verlief die Privatisierung aber anders als in den übrigen Bädern in Tschechien. Es entstanden eigenständige Kureinrichtungen, Sanatorien, Hotels und Pensionen. Die Stadt Karlsbad übernahm die Verwaltung über ihr historisches Eigentum (d.h. die Kolonnaden, öffentlichen Bädern und die Quellen).

Von den ´90 bis in die Gegenwart

Die Stadt öffnete sich wieder der ganzen Welt und versuchte mit Riesen Schritten zum ehemaligen Glanz und der Prosperität zurück zu kehren. Mit jeden Jahr verschönerte sich das Stadtbild und die Ausstattung von den Kurbetrieben, Hotels und Öffentlichen Einrichtungen erreiche die in der Welt üblichen Standarts. Auch das kulturelle Angebot verbesserte sich deutlich.